IRPAA - Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada

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LAND - DIE GRUNDLAGE FÜR DIE KONVIVENTIA MIT DEM SEMIARIDEN GEBIET BRASILIENS

Die Presentation soll eine Einfǘhrung geben zur geschichtlichen und aktuellen Situation des brasilianischen semi ariden Gebietes.
 

Für die meisten Folien gibt es ein Kommentar, das wir hier unten als Textdokumento einfügen.

An die  Presentation, 1,7 Mb, (ins .pdf Format umgeformt), kommen Sie über den folgenden Link:

Land-Semi-arid-Konviventia.pdf

 

 


Anmerkungen zu den Folien

Folie 01:
ohne Fußnote

 

Folie 02: ANKUNFT DER KOLONISATOREN AM 22. APRIL 1500.
Als die Kolonisatoren in Brasilien ankamen lebten hier 6 Millionen Menschen der Urbevölkerung in über 900 Stämmen.

Davon blieben nur 550.438 Menschen in 225 Stämmen über. Die heimische Bevölkerung wurde gejagt und ausgerottet. Viele Menschen, wurden als SklavenInnen gehalten.

Ein Sklave der Urbevölkerung hatte einen “niedrigeren Handelspreis” da dieser als faul, arbeitsunwillig und aufständisch bezeichnet wurde.

 

Folie 03: BEGINN DES PRIVATEN GRUNDBESITZES IN BRASILIEN.
Mit der Absicht das Land effektiv zu verteilen und zu besetzen, forderte die portugiesische Krone im Jahre 1699 alle Sesmarias zurück, die von ihren Grundherren oder deren Verwaltern
nicht produktiv genutzt wurden.

Dies war erfolglose Mühe, denn die Familie von Garcia d' Avila und seine Erben hatten sich im Laufe der Jahre große Landflächen und damit auch Macht, angeeignet. Sie waren im Besitz eines großen Teiles des Bundesstaates Bahias, ganz Pernambuco, Sergipe, Alagoas, Paraiba, Rio Grande do Norte, Piauí, Ceará und ein Teil von Maranhão. Der größte bekannte Latifundium von 800.000 km² Land, war unter dem Namen “Casa da Torre”, (übersetzt “Schloss mit dem Turm“) bekannt.
Das Gesetz der Sesmaria wurde erst im Jahre 1822 aufgehoben, nachdem die Feudalherren das
Interesse an dem Großgrundbesitz verloren hatten.

Daraufhin folgten beinahe 30 Jahre ohne jegliche Landgesetzgebung.

 

Folie 04: BRASILIEN = LAND UND MENSCHEN SIND HANDELSWARE
Im Jahre 1850 wurde ein neues Landgesetz proklamiert. Mit dieser Gesetzgebung sollten Grundstücke, die nicht bewirtschaftet wurden – diese wurden auch herrenlose Grundstücke 'terras devolutas' genannt – zurückgewonnen werden um dann eine effektive Landverteilung durchzuführen.

Jedoch wurden die Abgrenzungen der Grundflächen, die der Regierung gehörten hintergangen und die einzigen Nutznießer des Gesetzes waren praktisch wieder nur die Großgrundbesitzer.
Neu war, dass dieses Gesetz das konzessive Landnutzungssystem der Sesmaria aufhob und durch das System des privaten Eigentums ersetzt wurde. Nach dieser Gesetzesgrundlage konnte Grundstücke erhalten, wer Geld hatte, sie käuflich zu erwerben. Der Grundstücksbesitzer konnte dann mit der Fläche machen, was er wollte, sie nutzen, ausbeuten oder aber auch nicht bewirtschaften. Es waren ab diesem Zeitpunkt private Grundflächen wobei die Regierung jegliches Entscheidungsrecht verlor.

Im Jahre 1888 wurde offiziell die Sklaverei abgeschafft. Mit dem Landgesetz von 1850 war auch sichergestellt, dass die ehemaligen Sklaven sich keinen Grundbesitz erwerben konnten, da sie keinerlei finanzielle Mittel besaßen, um Land zu kaufen.

Die Menschen wurden “aus der Sklaverei befreit” und das Land “eingesperrt”.

*) es wurde offiziell die Sklaverei abgeschafft, aber die `Ketten' dauern bis heute an. Und im 21. Jahrhundert gibt es jährlich unzählige Menschen, die vom Arbeitsministerium, Staatsanwaltschaft, etc. von Arbeitsplätzen mit sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen befreit werden.

 

Folie 05: WEITERE LANDGESETZE IN BRASILIEN
In den Jahren um 1950/60 begannen Basisbewegungen und Bauerngruppen, gerechte Landverteilung zu fordern. Zu diesem Zeitpunkt fanden Mobilisierungen statt, die von der Basisbewegung der “Ligas Camponesas” angeführt wurden um Druck auf die Regierung auszuüben endlich die Agrarreform durchzuführen.

Mit dem Beginn der Militärdiktatur im Jahre 1964 wurde diesen Mobilisierungen ein Ende gesetzt. Die Militärs ernannten eine neues Gesetz, die Landstatut von 1964. Damit wurde versprochen, Landreform, sowie soziale Gerechtigkeit am Land durchzuführen und außerdem unproduktiven Großgrundbesitz zu enteignen. Jedoch auch dieses Gesetz trug nicht zu einer gerechten Landverteilung bei, sondern es war eine Strategie, um die Basisbewegung von den Mobilisierungen abzuhalten und die Großgrundbesitzer, die Alliierten der Militärs nicht zu
verärgern.

Nach beinahe 500 Jahren der Landkonzentration und Landraub, wurde in der Brasilianischen Verfassung von 1988 das Recht der “Sozialen Funktion des Landes” verankert. Aber wieder blieb alles nur auf Papier. Fakt ist, dass bis heute keine effektive und gerechte Landumverteilung
vorgenommen wurde.

An der Tagesordnung stehen: Mangel an Interesse der Regierung, Agrarreform durchzuführen, Langwierigkeit, Unklarheit im Grundgesetz, usw. Zum Anderen werden die Gesetze in der Regel zu Gunsten der Großgrundbesitzer interpretiert.

Außerdem berücksichtigte und respektiere kein Landgesetz kollektive Flächen. Erst im Jahre 1989 wurde erstmals in der Landesverfassung von Bahia dieser Punkt, im Artikel 178
berücksichtigt.

Leider ist der Gesetzestext sehr “schwammig”. In den letzten Jahren wurde er auch gegen das Recht auf kollektive Flächen ausgelegt und Gemeinschaftsflächen als verfassungswidrig
bezeichnet.


Folie 06: BRASILIEN DAS LAND DES LATIFUNDIUM
Ein Prozent (1%) der Großgrundbesitzer sind Eigentümer von beinahe der Hälfte (46 %) des brasilianischen Landes. Von den ca. 400.000.000 Hektar Land das als Privateigentum registriert ist, werden nur 60.000.000 landwirtschaftlich genutzt. Die restliche Fläche dient Spekulationszwecken, liegt brach, wird nicht bewirtschaftet oder es werden extensive
Rinde Herden gehalten.

Die Daten von INCRA zeigen, dass Brasilien 130.000 000 Hektar unproduktives Land und 200.000.000 zurückgegebenes Land hat, das vor allem unrechtmäßig von Großgrundbesitzern als deren Land erklärt wird. Diese Flächen müssen vom brasilianischen Staat für die Agrarreform, oder für Familien mit zu wenig Land verwendet werden.
Jedoch werden diese Landflächen immer mehr von Großunternehmen, Agro- und Hydrobuissenes und Erzabbaufirmen strittig gemacht.
Dass dem Thema der Landfrage und Landverteilung seitens den Regierungsverantwortlichen keinerlei Bedeutung zugemessen wird, wird zusätzlich zum Ausdruck gebracht wenn oben gezeigte Tabelle „nachgerechnet“ wird. Bei der Rechnung fehlen 105.587.659 ha.


Folie 07: BRASILIEN DAS LAND DES LATIFUNDIUM
Mit diesem Beispiel wird nochmals der Großgrundbesitz in Brasilien verdeutlicht.
Im Herzens des Bundesstaates Para liegt der “Besitz”, den Cecilio Rego Almeida sich über Landraub angeeignet hat. Er besteht aus einer Teilfläche von sage und schreibe 5.700.000 Hektar und einer anderen von 1.300.000 Hektar, zusammen also 7.000.000 Hektar!
Diese Fläche ist reich an Gold und Diamanten. Außerdem hat sie eine der letzten Reserven der Mahagonibäume, die auf einen Wert von 7 Billionen geschätzt werden.

Für den Grundbesitz den sich der Unternehmer über Landraub angeeignet hat, bezahlte er insgesamt lediglich nur 600.000 R$!

 

Folie 08: FAMILIENLANDWIRTSCHAFT X AGROBUISSENES
Die Priorität der brasilianischen Regierung ist klar: Das Agrobuisseness steht an erster Stelle.

Dies wird nochmal deutlicher wenn der Bundeshaushalt verglichen wird, der für beide Kategorien vorhanden ist.
Aus den öffentlichen Geldern steht für das Agrobuissenes 107,2 Milliarden R$ zur Verfügung. Im Gegensatz dazu für die Familienlandwirtschaft nur 16,0 Milliarden (Hier sind Programme mit einbezogen wie subventionierte Versicherung bei Ernteausfall – wenn jedoch in die Arbeit der Konviventia mit dem Klima “investiert” werden würde, und der klimagerechte Anbau von Pflanzen gefördert würde, wäre in den wenigsten Fällen die Ernteausfallversicherung notwendig und das Geld könnte in produktive Bereiche investiert werden.

Außerdem gibt es in Brasilien 2 Landwirtschaftsministerien. Eines ist zuständig für das Agrobuissenes, das andere für die Familienlandwirtschaft. Nochmal wird deutlich, dass beide Kategorien getrennt behandelt werden. Der Minister Afonso Florence des Ministeriums für Familienlandwirtschaft sagte zum Jahresanfang, dass Familienlandwirtschaft und Agrobuisseness sich vereinigen sollen. Außerdem fügt er hinzu, dass sich Agrarreform nicht mit politischer Arbeit und Mobilisierung reimt, sonder mit Produktion. Denn ideologische Kämpfe produzieren keine Nahrungsmittel.

Hier muss angemerkt werden, dass das Agrobuissenes kaum für den nationalen Markt produziert, sondern für Exportzwecke, Agrofuel...

 

Folie 09: IN BRASILIEN "FÜR GERECHTIGKEIT KÄMPFEN IST KRIMINELL"
“Lutar não é crime” - Für Gerechtigkeit kämpfen ist keine kriminelle Tat – ist das neue Motto der Landlosenbewegung.

In den Letzten Jahren wurde versucht seitens der Regierung und Medien über die Kriminalisierung von KleinbauernInnen und VertreterInnen von Sozialen Bewegungen und Organisationen die Gruppen und Mobilisierungsarbeiten zu unterbinden. Um die Gruppe zu
schwächen werden Führungskräfte eingesperrt oder es werden ihnen grundlose Prozesse gemacht.

Oft beauftragen Großgrundbesitzer Pistoleiros (bezahlte Killer) oder benutzen selbst Waffengewalt, aber die VertreterInnen der sozialen Gruppen und Bewegungen werden Mörder und Banditen genannt und auch so in den Medien gezeigt.

Großunternehmen holzen zigtausende von Hektaren regionale Vegetation ab, aber die Landlosenansiedlungen werden streng überprüft, ob sie Naturschutz betreiben. VertreterInnen der traditionellen Landgemeinden werden Prozesse gemacht, eingesperrt, es wird ihnen das Recht verwehrt mit Rechtsanwälten zu sprechen, etc.

Groteskes Unrecht geschieht, wenn beim Mord an BauernInnen, Landlose und VertreterInnen von sozialen Gruppen dann nicht die Täter, sondern Angehörige von den Ermordeten eingesperrt werden, sobald sie Anzeige erstatten.

 

Folie 10: MARTIRES IM KAMPF UM GERECHTE LANDVERTEILUNG
Laut Angaben der Landpastoral CPT, wurden im Zeitraum von 2000 bis 2010 wegen Landkonflikte 401 Menschen umgebracht.
In diesem Zeitraum erhielten 1.855 wenigstens ein Mal Morddrohungen, von diesen erhielten 207 Menschen mehr als eine Morddrohung.

Nur im letzten Jahr, in 2010 wurden 34 Menschen im Kampf um Gerechtigkeit und Landverteilung umgebracht. Außerdem wurden Mordanschläge auf 55 Personen verübt und 125 Menschen erhielten Morddrohungen.

 

Folie 11: AKTUELLE PRÄSIDENTEN/IN UND DAS THEMA DER LANDFRAGE
Anmerkung: Im Oktober 2002 wurde Luiz Inacio Lula da Silva zum brasilianischen Präsidenten
gewählt.
Leider hat auch er in den 8 Jahren Amtszeit keinerlei Anstrengungen für eine gerechte Landverteilung, unternommen.

 

Folie 12: ENTWICKLUNGSPOLITIK IN BRASILIEN
Das Brasilianische Entwicklungsmodell zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums – PAC – das Präsident Lula als Richtungsweiser für Brasilien begonnen hatte, wird auch von der Präsidentin Dilma weitergeführt. Dieses Programm sieht prioritär Infrastruktur Maßnahmen vor, wovon Großunternehmen großen Nutzen haben.

Unter dem Motto “Ein reiches Land ist ein Land ohne Elend” dass die amtierende Präsidentin Dilma im Juni 2011 angekündigt hat, soll versucht werden, Menschen, die in extremer Armut leben, aus dieser Situation in den nächsten Jahren zu holen. Mit dem Vorhaben 16 200 000 Menschen aus der extremen Armut zu holen, sollen jährlich über 8 Milliarden Euro für das Programm ausgegeben werden . Dadurch soll den Betroffenen Maßnahmen der Familiensozialhilfe (Bolsa Familia, diese soll um 800 000 Familien ausgeweitet werden), sowie zur Bildung, Gesundheitssystem. Außerdem wurde eine 'Bolsa Verde' – Grünes Stipendium geschaffen, das Zahlungen von Beträgen von ca. 40 Euro monatlich vorsieht, wenn arme Familien nachweisen, dass sie an ihrem Wohnort Umweltschutzaktionen durchführen Das Programm der Abschaffung des Elends sieht auch vor, mehr Haushalte an das Stromnetz, Wasserversorgung und Abwasserkanalisation, anzuschließen
Der Großteil der Bevölkerung in extremer Armut leben im Nordosten Brasiliens. Sozialhilfe!- Aber keine Rede von Landreform, wodurch die Menschen aus eigener Kraft aus der Armut kämen!

 

Folie 13: ENTWICKLUNGSPOLITIK IN BRASILIEN
Entwicklung für wirtschaftliche Interessen oder für Mensch und Natur?

 

Folie 14: ENTWICKLUNGSPOLITIK IN BRASILIEN - IST AGRARREFORM IN SICHT?
Die sozialen Bewegungen und Organisationen, Universitätsprofessoren, machen darauf aufmerksam, dass das Wichtigste bei der Armutsbekämpfung nicht die assisstenzielle Hilfe ist, die wieder Abhängigkeit schafft, sondern Maßnahmen zur Änderungen der Strukturen.

Und hier ist an prioritärer Stelle die notwendige gerechte Landverteilung zu nennen. Ariovaldo Umbelino, Universitätsprofessor “Ich möchte auf den zentralen Punkt aufmerksam machen, der bei der Debatte um die Agrarreform analysiert werden muss. 1/5 des Landes gehört

nicht denjenigen die es einzäunen! Dies ist ein wichtiger Punkt, den neben der fehlenden Ethik ist es aus juristischer Seite Illegal.
Die brasilianische Bevölkerung muss sich darüber im Klaren sein, dass die Agrarreform prioritär ist, denn nur sie garantiert, dass Brasilien auch weiterhin Lebensmittel in ausreichender Menge und in Autonomie produzieren kann.

Im Regierungsplan wird nicht berücksichtigt, dass 5 Millionen Menschen Land benötigen für den eigenen Unterhalt und die Produktion von Nahrungsmittel für Brasilien. Dies wäre prioritär und nicht der großflächige Anbau von Exportprodukten, Äthanol, Zellulose,....

Die Städte quellen über vor Menschen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass für diese zusätzlichen Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Es ist doch sicher sinnvoller für diejenigen, die am Land weiterhin ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, menschenwürdige, eigenständige Unterhaltsmöglichkeiten zu schaffen, statt sie mit einer unzureichenden Sozialhilfe abzuspeisen.

 

Folie 15: GROSSPROJEKTE
Die Propaganda um die Großprojekte zeigt diese in einem positiven Licht. In der Regel werden Arbeitsplätze, Verbesserung der Infrastruktur der Landgemeinden und Landkreise und die Verbesserung der Lebenssituation der örtlichen Bevölkerung versprochen.

Jedoch sind die Konsequenzen gerade für die örtliche Bevölkerung und die Natur verheerend. Die Familien der Landgemeinden benötigen keine Arbeitsplätze, sie benötigen das Recht auf Land und ein entsprechend großes Stück (besonders im semiariden Gebiet), damit sie produzieren können und ihren Lebensunterhalt garantieren können. Außerdem Programme der Konviventia mit dem semiariden Klima und Technologien die an die Realität angepasst sind. Sehr schnell merken die Menschen dass die versprochenen angeblich gut bezahlten Arbeitsplätze aus schlecht bezahlten und schweren Arbeiten bestehen, die ArbeiterInnen auch keine sozialen Garantien, etc. gewährleisten.

Außerdem muss überlegt werden, was es für einen Landkreis in der ländlichen Region bedeutet, wenn plötzlich 2.000 Männer mit dem Großunternehmen ankommen die dann während der Bauzeiten in dieser Gegend leben. In der Regel steigt die Prostitution, auch Kinderprostitution, Gewalt, Überfälle, Familienzerrüttungen, etc.

Die Natur zahlt auch einen sehr hohen Preis, natürliche Biome und Vegetation werden großflächig abgeholzt und abgebrannt und damit oft Arten ausgerottet, die es nur in dieser Region gab.

 

Folie 16: ABLEITUNG DES FRANCISCOFLUSSES
Der Minister des Ministeriums der Nationalen Integration, Fernando Bezerra hat am 2.8.2011 bekannt gegeben dass die Baumaßnahmen der Ableitung des São Francisco teurer sein werden als Anfangs geplant. Außerdem gibt es Verzögerungen bei der Fertigstellung der Baumaßnahmen, die derzeit für 2014 angesetzt sind. .

Eigentlich sollte der Ostkanal noch im Jahr 2010 fertig gestellt werden und der Nordkanal bis zum Jahre 2012.

Laut Angaben des Ministers wird die Anfangsphase beinahe 2 Milliarden R$ mehr kosten. Der derzeitig geschätzte Betrag ist: 6 800 000 000,00 R$, damit steigt der Preis um 36 %. Der Grund dafür ist, dass Ausgaben bei den Baumaßnahmen entstanden sind, die im Projekt nicht vorgesehen waren.

Der Bischof Dom Luiz Flavio Cappio sagte im letzten Jahr (2010) dass die Flussableitung bereits sein Ziel erfüllt hat denn es diente nochmals der Wahlkampagne. VertreterInnen von sozialen Organisationen sind der Meinung dass die Bauarbeiten evtl. nie fertig gebracht werden.

Insgesamt ist die Flussableitung derzeit kein Thema der Regierenden. Im Gegenteil, Ende Juli unterzeichnete Präsidentin Dilma einen Programmvorschlag zum Bau von 750.000 Regenwasserzisternen zur Garantie der Trinkwasserversorgung. Regenwasserzisterne ist eine der Technologien die seitens der sozialen Bewegungen und Organisationen bereits vor Baubeginn vorgeschlagen wurde.


Folie 17: ABLEITUNG DES FRANCISCOFLUSSES
Mitte August 2011 besuchten VertreterInnen von sozialen Bewegungen, Gruppen und Organisationen die Bauarbeiten am Ostkanal.
Ein Großteil der Baustellen steht still, an andern Orten gehen die Arbeiten nur sehr zögernd voran.

Und die Familien denen es doch jetzt eigentlich gut gehen sollte? Ihre Häuser haben große Risse, um an Wasser zu gelangen sind lange Wegstrecken notwendig.


Folie 18: WASSERGÜRTEL IM BUNDESSTAAT CEARÁ
Ohne Fußnote


Folie 19: WASSERGÜRTEL IM BUNDESSTAAT CEARÁ
Ohne Fußnote
 


Folie 20: TURISTISCHER KOMPLEX ZWINGT FAMILIEN ZUR MIGRATION
Das Projekt wird von dem portugiesisch-brasilianischen Konsortium Aquiraz Investimentos SA (bestehend aus dem Großunternehmer aus Ceará Ivens Dias Branco und von den portugiesischen Gruppen Ceará Investment Fund – Fundo Turistico Imobiliario, Grupo Hoteleiro Dom Pedro e Solverde) ausgeführt (www.aquiraz-riviera.com) .

Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2011 fertig gestellt sein.

Es heißt, dass dafür kein Wasser der Ableitung des Francisco Flusses verwendet wird. Aber der Wassergürtel von Ceará zeigt, dass das Wasser über viele verschiedene Kanäle zur Verfügung gestellt wird und diese Kanäle ineinander übergehen.

Die Familien die in dieser Gegend wohnen und leben müssen weichen.

 

Folie 21: GROSSBEWÄSSERUNGSPROJEKTE
Auf den Großbewässerungsprojekten wird ausschließlich für den Export produziert. Riesige Flächen von Monokulturen: Weintrauben, Mangos, etc. werden bewässert und das Endprodukt wird nach Europa, Vereinigte Staaten geliefert. Diese Projekte konzentrieren Land und Wasser, beuten lokale Arbeitskräfte aus und tragen dazu bei das Elend in den Städten zu vergrößern.

 

Folie 22: AGROTREIBSTOFF
Dem Schlagwort der 70er Jahre “Die Hungernden decken den Reichen den Tisch” kann heute noch hinzugefügt werden... “ und füllen ihnen die Autotanks”. Damals wurden Tausende von Menschen von Ihrem Land vertrieben um dem Bau des Wasserkraftwerkes in Sobradinho Platz zu machen. Heute sind bereits viele Landflächen der Familien im Landesinneren “verplant” damit Zuckerrohr, Soja und Öl haltige Pflanzen angebaut werden, um “umweltverträgliche”
Treibstoffe herzustellen.

Es wird dabei nicht bedacht, dass für die Produktion von Agrotreibstoffen, riesige Landflächen für Monokulturen genutzt werden, die dadurch aus ihrem ökologischen Gleichgewicht gebracht werden und zudem auch sozial nicht verträglich sind. Dabei wird die Produktion für den lokalen Tisch beeinträchtigt.

Das Hauptziel hierbei ist die Marktwirtschaft, ohne Rücksicht auf Mensch und Natur. Die Landflächen werden „verplant, verkauft“ als ob sie nicht besiedelt wären. Die lokale Bevölkerung muss weichen. Einige sind gezwungen unter harten Arbeitsbedingungen bei den Großunternehmen zu arbeiten. (Auf einer Landfläche auf denen sie früher für sich, die Familie und Dorfgemeinschaft produziert haben). Neben dem Treibstoff werden Hunger, Misere, Landlose geschaffen.

In einem Land in dem die Hälfte der Landflächen schon im Besitz von nur wenigen Menschen ist, zudem mehr als 6 Millionen Familien Land benötigen und ein Großteil der Familien zu wenig Land besitzt um unter den lokalen Bedingungen der semiariden Region nachhaltig produzieren zu können, soll noch auf riesigen Landflächen Monokultur für die Treibstoffgewinnung angebaut werden.

Ende 2007 wurde vom Landwirtschaftssekretariat des Bundesstaates Bahia das Programm Bahiabio vorgestellt. Dieses Programm sieht vor, das im Bundesstaat 870.000 ha Land für Zuckerrohrpflanzungen und 810.000 ha für den Anbau von Öl haltigen Pflanzen zur Treibstoffherstellung vorgesehen sind.

 

Folie 23: MINERAL- UND ERZABBAU
Der wirtschaftliche Wert der Bergbauindustrie im semiariden Gebiet beträgt 1,2 Milliarden Reais. 70 % davon stammen aus dem Bundesstaat Bahia:.
Bahia: 70,3 %
Paraíba: 7,7 %
Ceará: 6,2 %
Minas Gerais: 6,0 %
Rio Grande do Norte: 4,6 %
Pernambuco: 3,8 %
Piauí: 0,8 %
Alagoas: 0,4 %
Sergipe: 0,2 %

 

Folie 24: MINERAL- UND ERZABBAU IM BUNDESSTAAT BAHIA
Eine weitere und konkrete Bedrohung vor allem der traditionellen Landgemeinden sind die Erz-und Mineralienschürfungen. Im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais gibt es große und vielfältige Bodenschatzvorkommen, die in den letzten Jahren vor allem von Großunternehmen aus allen Nationen der Welt ausgebeutet wurden. Die BewohnerInnen dieses Bundesstaates sprechen davon , dass nur viele “große Löcher” dieses Reichtums für sie übrig blieben.

Hierbei ist wieder zu bedenken, dass aufgrund der Modernisierung die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen beträchtlich steigt. Es ist aber auch der Marktwirtschaft zuzuschieben, dass diese Ressourcen von einigen wenigen privaten Gruppen ausgebeutet werden die dabei vor allem den Gewinn sehen. Aber wer gewinnt und wer verliert?

Bedeutet Erzabbau de facto Entwicklung, falls ja für wen? Die sozialen und ökologischen Konsequenzen müssen ehrlich betrachtet werden. Denn in der Regel sind die Familien der traditionellen Landgemeinden, die Verlierer bei dieser Art von Entwicklungsprojekten.

Einen hohen Preis erhalten die Firmen und einen hohen Preis bezahlen die Betroffenen: Die betroffene Bevölkerung erleidet große soziale Probleme, viele verlieren ihr Land und Landgemeinde. Außerdem leiden viele Menschen an schweren gesundheitlichen Problemen und die Armut nimmt zu. Die Natur wird zerstört, die lokale Biodiversität ausgerottet, Flussquellen und -läufe kontaminiert oder ausgetrocknet. In der Regel wird wirtschaftliche Wichtigkeit über das Leben gestellt.

Da absehbar ist, dass die Quellen im Bundesstaat Minas Gerais und anderen Gebieten Brasiliens in wenigen Jahren versiegen werden, wurde in den letzten Jahren der Bundesstaat Bahia immer attraktiver für die Firmen aufgrund der Vielfältigkeit an Bodenschätzen. In vielen Landgemeinden des Bundesstaates wurden bereits Untersuchungen nach Bodenschätzen durchgeführt und in einigen die Schürfungen begonnen.

In der Regel werden die Familien nicht vor informiert, sie sind oft mit der Situation konfrontiert,wenn sich die Großfirmen bereits in der Landgemeinde installieren. Die Versprechen sind vielfältig: die Verbesserung der Infrastruktur der Gemeinde (wer z.B. Gute Straßen für die schweren Maschinen benötigt sind die Firmen!), Arbeitsplätze (die Familien brauchen aber keinen Arbeitsplatz, sie brauchen Land um zu produzieren), Wasservorsorge (genau das Gegenteil geschieht, denn der Erzabbau benötigt sehr viel Wasser, das heißt dass die natürlichen Wasservorräte erschöpfen), es wird davon gesprochen “dass es etwas staubt” und „manchmal laut ist, wenn Sprengungsarbeiten durchgeführt werden, aber das das nicht schlimm sei“.


Folie 25: ERZABBAUFIRMEN IN DER GEGEND UM JUAZEIRO
Ohne Fußnote

 

Folie 26: HOLZKOHLEPRODUKTION
Eine weitere Ausbeutung die direkt mit dem Erz- und Bodenschatzabbau einhergeht, ist die Holzkohlenproduktion. Um Roheisen herzustellen müssen viele Waldflächen weichen und natürliche Biome laufen Gefahr vollends zerstört zu werden, wie dies bereits in einigen Gebieten des Savannen ähnlichen Cerrados geschieht (wegen des Bodenschatzausbeutung in Minas Gerais). Neue Strategien für die Erzeugung von Holzkohle (und Zellulose) sind das großflächige Anpflanzen von Eukalyptus Bäumen, was als Aufforstungen bezeichnet wird. In der Tat ist es keine Aufforstung, sondern es wird native Vegetation gerodet und durch Eukalyptus ersetzt.

Eukalyptus hat einen sehr hohen Wasserbedarf und wirkt nachteilig auf die Wasserquellen der Region aus. Zudem ist die Holzkohlenherstellung auch in sozial er Hinsicht eine Arbeit bei der Menschen ausgebeutet werden, oft mit Sklavenarbeit verbunden, neben den gesundheitlichen Konsequenzen, die bei den Arbeitern erst nach Jahren auftauchen.

Der Cerrado gilt als artenreichste Savanne der Welt mit 10.000 Pflanzenarten, 6.000 Baumarten und einer Vielzahl an Vogel-und Säugetier Arten.

 

Folie 27: WASSERKRAFTWERKE UND STAUDÄMME
Das brasilianische Energiemodell ist in der Mehrheit auf Wasserkraft aufgebaut. Derzeit sind 140 große Wasserkraftwerke in Betrieb. Laut Energieplan sollen bis zum Jahre 2019 zusätzlich 70 große Wasserkraftwerke gebaut werden und hunderte von Kleinen Wasserkraftwerken (PCH's = Pequenos Centrais Hidreletricas).

Für den Bau dieser Wasserkraftwerke und Staudämme mussten mehr als 1 Million Menschen ihre Heimat, Land und Landgemeinde verlassen. Der Großteil wurde im wahrsten Sinne des Wortes vertrieben oder musste vor den Wassern fliehen um nicht mit geschwemmt zu werden. Obwohl die Propaganda der Baufirmen und Regierung sehr groß ist, wird den Menschen oft keinerlei Hilfe und Assistenz angeboten. Familien die vorher an den Flussufern lebten wurden ins Hinterland umgesiedelt, wo sie oft keine Möglichkeiten hatten ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Viele kehrten in ihren ursprünglichen Landkreis zurück. Viele Menschen leiden heute noch an den Konsequenzen vom Bau des Wasserkraftwerkes und Stau sees in Sobradinho. Vor 30 Jahren wurden 70.000 Menschen vertrieben. Einige, die in den Landkreis Serra do Ramalho “geschickt” wurden (in der Gegend um Bom Jesus da Lapa) kehrten wieder nach Sobradinho zurück weil sie dort in keiner Art und Weise Unterstützung erhielten, weder die von der Regierung noch den Baufirmen versprochenen Maßnahmen wie Wasser, Wohnung, elektrischen Strom....

Und es stellt sich wieder die berechtigte Frage: Für wen wird dieser elektrische Strom produziert? Für die Bevölkerung?
Der Großteil des Stromes ist für die Industrie bestimmt. Außerdem benötigt die Exportmarktwirtschaft große Mengen an elektrischem Strom. Bei allen Exportprodukten wird neben dem eigentlichen Rohstoff auch Wasser, Land, heimische Arbeitskräfte und auch elektrischer Strom mit exportiert.


Folie 28: WASSERKRAFTWERKE IN BRASILIEN IM PROGRAMM PAC (BESCHLEUNIGUNG DER WIRTSCHAFT), 2007
Im März 2011 wurde vom Rat der Verteidigung von Menschenrechten ein Bericht über die Verletzung von Menschenrechten die mit dem Bau von Stau Dämmen in Brasilien verbunden sind, herausgegeben.

Eine Kommission analysierte über 4 Jahre hinweg die Anzeigen über Menschenrechtsverletzungen in diesem Zusammenhang. Die Untersuchungen der Fälle bestätigen die gravierenden Menschenrechtsverletzungen der vom Staudamm Bau betroffenen Familien, die als Konsequenzen die schon bestehende soziale Ungleichheit verstärkt und die Familien in eine Situation der totalen Armut, sozialen, familiären und persönlichen Destrukturierung drängt.

Die Kommission identifizierte einen Zusammenhang von 16 Menschenrechten die systematisch verletzt werden, unter anderem, das Recht auf Information und Teilnahme, Recht auf Arbeit, Wohnung, Schulerziehung, eine gesunde Umgebung, Gesundheit, Recht auf volle Entschädigung der Verluste, Recht auf gerechte Verhandlungen, Recht auf den Schutz der kulturellen, materiellen und nicht materiellen Gütern, Recht auf Leben in der traditionellen Landgemeinde, etc.

Als Hauptproblem wurde genannt dass es keine nationale Politik gibt die die Rechte der betroffenen Bevölkerung garantiert.

Am 1. Juni 2011 wurde der Bau des drittgrößten Wasserkraftwerkes (Belo Monte) der Welt genehmigt. Massendemonstrationen, 600.000 Unterschriften, Briefe aus aller Welt wurden ignoriert! Wieder sind soziale und ökologische Konsequenzen kein Gewicht in der Waagschale.


Folie 29: ATOMENERGIE
Trotz der Tragödie in Japan will Brasilien an den Plänen des Baus von Atomkraftwerken festhalten. Dies wurde zumindest vom Minister Edison Lobao des Energieministeriums im März 2011 bestätigt. Als Argument sagte er, dass Brasilien Atomkraftwerke mit größerer Sicherheit herstellen wird als diese in Japan.

Entlang des Francisco Flusses ist der Bau von 4 Atomkraftwerken geplant. Eines davon in Itacuruba, Ort mit weniger als 4.000 Einwohnern, im Bundesstaat Pernambuco. Der Ort liegt 470 km von Recife, der Hauptstadt des Bundesstaates entfernt und von Juazeiro ca. 300 km und wurde von Eletronuclear (Regierungsstelle) für den Bau ausgesucht. Die Baumaßnahmen sind vorerst auf 10.000.000.000 R$ (5 Milliarden Euro) angesetzt.

Anmerkung: Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses lebt heute ein Teil des indigenen Volkes Truka, das beim Bau des Itaparica-Staudammes (Paulo Afonso) hierher umgesiedelt wurde.


Folie 30: NEUES WALDGESETZ
Das Jahr 2011 wurde von der UNO zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt mit der Absicht auf die bedrohliche Situation der Natur und der Wälder aufmerksam zu machen. Die Zerstörung der Wälder läuft auch Hochtouren, sie müssen vor allem den Großprojekten, die den wirtschaftlichen “Fortschritt” dienen, weichen.

Am 24.Mai 2011 wurde das neue Waldgesetz vom brasilianischen Kongress mit Mehrheit abgestimmt. Zusätzlich wurde eine sehr umstrittene, Erweiterung des Gesetzestextes (Änderung 164) abgestimmt.

Das Waldgesetz ist ein wichtiges Instrument zum Schutz der Wälder und Ökosysteme und Biome (Regenwald, Savannen des Cerrado, Caatinga). Die Agrarlobby setzte seit Jahren viel daran, dass es zur Gesetzesänderung kam.

Die Nachteile des neuen Gesetzes sind verheerend: Die Schutzzonen für die Wälder und Biome sollen verkleinert werden und den Bundesstaaten wird das Recht zu einer eigenen Gesetzgebung
eingeräumt, über die land- und viehwirtschaftliche Nutzung der Waldschutzgebiete zu
entscheiden. Mit der Änderung 164 soll eine Amnestie für illegale Rodung erlassen werden.
Präsidentin Dilma bestätigte dass sie mittels präsidialen Vetos diese Erweiterung des
Gesetzestextes verhindern will.

Im nächsten Jahr (2012) findet in Brasilien die 4. UNO-Umwelt-Konferenz, statt. Vor 20 Jahren
wurden bei der ersten UNO-Konferenz, Eco 92- die in Rio de Janeiro stattfand, wichtige
Grundsätze wie das Vorsorgeprinzip oder das Konzept der nachhaltigen Entwicklung formuliert.
Zudem verabschiedete die Staatengemeinschaft Dokumente über Klimaschutz und Artenschutz-
Konventionen, Walddeklaration und Agenda 21. Es bleibt zu hoffen, dass diese Themen nicht
nur auf Papier geschrieben sind und den Interessen des Agrobuissenes weichen müssen.

 

Folie 31: GROSSPROJEKTE
Ohne Fußnote


Folie 32: VERSANDUNG DES FLUSSES
Ohne Fußnote


Folie 33: ZERSTÖRUNG DES SAVANNEN-CERRADOS
Ohne Fußnote


Folie 34: ZERSTÖRUNG VON WASSERBEVORRATUNGSMASSNAHMEN
Ohne Fußnote


Folie 35: TRADITIONELLE LANDGEMEINDEN
Ohne Fußnote


Folie 36: GANZHEITLICHES ENTWICKLUNGSKONZEPT - KONVIVENTIA MIT DEM SEMIARIDEN KLIMA
Als IRPAA vor 20 Jahren die Arbeit der Konviventia mit dem semiariden Klima, begann, ging es in erster Linie darum das Paradigma des „Combater a seca“ = die Trockenheit bekämpfen, zu ändern.

Daher war es wichtig dies auszuarbeiten, vertiefen damit dieses Paradigma durch „Convivencia com o semiárido“ ausgetauscht wurde. Dazu war als erster Schritt das Kennenlernen der Region und daraufhin aufgebaut, ein Verständnis für seine Charakteristik zu vertiefen. Ein pädagogischer langwieriger Prozess, denn es ging auch nicht einzig darum, dass die Familien diese Kenntnisse erlangen. Das „Im Einklang mit dem Klima leben“ muss in allen Lebensbereichen präsent sein. Es gab auch sehr viel Widerstand gegen diese neue Sichtweise der Region, zum einen von der Bevölkerung selbst, als auch von den Regierungsverantwortlichen, die sich die Trockenheit zu Nutzen machte, um Wahlstimmen zu erhalten und auch um das Grundproblem der sozialen Ungleichheit zu verschweigen.

Die Arbeit von IRPAA erfolgt in verschiedenen Bereichen: Landfrage, Wasser und Klima, Produktion (Feldbau und Tierhaltung) und Schulerziehung. Außerdem Bereiche wie Genderfrage, Arbeit mit Jugendlichen, Basisgruppen und Umwelt. Das langfristige Hauptziel ist es, dass an das Gebiet angepasste Technologien und an die Realität angepasstes Leben von den Regierungsverantwortlichen in die öffentliche Entwicklungspolitik aufgenommen werde.

 

Folie 37: GANZHEITLICHES ENTWICKLUNGSKONZEPT - KONVIVENTIA MIT DEM SEMIARIDEN KLIMA
Zahlreiche soziale Gruppen und Organisationen, die dann im Laufe der letzten Jahre die Konviventia mit dem semiariden Klima als angepasstes Entwicklungskonzept für die Region verstanden und in den verschiedenen Landkreisen und Gemeinden diese Arbeit durchführten gründeten im Jahr 1999 den Dachverband von Nichtregierungsgruppen im semiariden Gebiet – ASA (Articulação no Semiárido Brasileiro).

Durch die Arbeit der letzten Jahre der zahlreichen Gruppen und sozialen Organisationen können heute auch bereits einige positiven Ergebnisse berichtet werden. Über den Dachverband der Nichtregierungsgruppen im semiariden Gebiet – ASA konnte erreicht werden, dass der Regenwasser Zisternen Bau bereits als öffentliches Entwicklungsprojekt P1MC (Programm des 1 Million Zisternen Bau Programmes) von der Regierung anerkannt ist.

Seit 2003 bis zum 31.07.2011 wurden 351.140 Zisternen gebaut, mit denen 1,5 Millionen Personen begünstigt werden. Die Kosten dafür werden von Privaten Firmen, Einzelpersonen, und der Brasilianischen Regierung übernommen.

Derzeit werden auch weitere Projekte über die zahlreichen Organisationen, die der ASA angehören, ausgeführt:

- P1 + 2, (Ein Land und 2 Wasser Bevorratungsmaßnahmen) Das Demonstrationsprojekt begann im Juli 2007
- BAP (Volkspumpenprojekt) wurden von ASA im Oktober 2008 übernommen.
Die Volkspumpe ermöglicht die Nutzung von unterirdischem Wasservorräten, vor allem von Brunnen, die nicht installiert wurden. IRPAA hatte die Möglichkeit Im Jahre 2001 durch Mithilfe und Aktionen der Solidaritätsgruppen aus Deutschland, drei dieser Pumpen aus Holland zu importieren. Die Pumpe wurde als sehr positiv evaluiert, und aufgrund der positiven Ergebnisse war ein Pilotprojekt möglich, bei dem bis Ende September 2008, 500 Pumpen installiert werden konnten. Mit dem Ende des Pilotprojektes wurde die Volkspumpe dann in die schon bestehenden Programme der ASA als neues Programm im Oktober 2008 aufgenommen.


Folie 38: ANGEPASSTE TEHNOLOGIEN
Es ist ohne Zweifel ein Beitrag der langjährigen Arbeiten und Bemühungen von Nichtregierungsgruppen und sozialen Bewegungen, dass die Brasilianische Regierung den Bau von 750.000 Regenwasserzisternen als Maßnahmen zur Trinkwasservorsorge “anbietet”.

Es ist so, dass in den letzten Jahren dem semiariden Gebiet ein Augenmerk geschenkt wurde.

Auch wurden Projekte für Familienlandwirtschaft, etc erhöht.
Allerdings muss immer deutlich sein, dass das Hauptsteckenpferd das Agrobusiness ist und das Programm zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums.

Die NGO's betrachten mit etwas Sorge wie der Prozess der Baumaßnahmen ablaufen wird. Denn es sollen in relativ kurzer Zeit sehr viele Maßnahmen durchgeführt werden. Voraussichtlich wird bei den Ausschreibungen ein Großunternehmen “zum Zuge kommen” dass die Möglichkeit hat hier kompetieren zu können.

Als weitere Option der Bauunternehmer für Regenwasserzisternen wäre, statt der widerstandsfähigen Zementzisternen, Glasfasertanks zu verteilen oder sogar die ganz kurzlebigen Plastikplanen Zisternen. Für beide Optionen gibt es schon seit vielen Jahren eine starke Lobby von Seiten der Industrie. Die sieht darin ihr großes Geschäft, denn praktisch der gesamte Wert des Projektes bleibt bei den Zuliefern. Pädagogisch wäre es auch sehr schlecht, weil der gesamte Bauprozess, Mitarbeit etc für die Familie ausfallen würde.

 

Folie 39: ANGEPASSTE TECHNOLOGIEN ZUR WASSERBEVORRATUNG
Damit die Familien das ganze Jahr über Wasser haben, sei es zum Trinken oder als Gebrauchswasser, ist es notwendig verschiedene Wasser Bevorratungsmaßnahmen zu haben. Die Technologien sollen der jeweiligen lokalen Bedingungen, z.B. Unterboden, etc abgestimmt werden, damit sie ihren Zweck erfüllen können.

Bei allen Technologien ist es wichtig, dass die Familien bei dem gesamten Prozess teilnehmen und Akteure sind, um den pädagogischen Prozess zu gewährleisten, denn nur dann fühlt sich die Familie als verantwortlicher Eigentümer dieser neuen Technologie.

 

Folie 40: ANGEPASSTE TECHNOLOGIEN ZUR WASSERBEVORRATUNG
In den letzten Jahren war der Niederschlag noch unregelmäßiger in Zeit und Ort (wie auch die Prognosen dies bereits ankündigten), es war eine sogenannte Trockenperiode. Viele Familien die mittlerweile angepasste Technologien zur Regenwasser Bevorratung haben und außerdem andere Maßnahmen der Tierhaltung, Futter Bevorratung, Ackerbau, etc. sagen, dass sie die Trockenzeit bemerken, aber, dass die früheren Folgen wie Hunger, Krankheiten und Tod der Tiere, nicht mehr in dem Ausmaß zu spüren sind.

Außerdem kommt ein neuer Faktor dazu: Ein Großteil der ländlichen Bevölkerung hat mittlerweile das Recht auf die Sozialrente eingefordert.
Noch dazu, im Gegensatz zu früher erhalten heute alle Bäuerinnen und Bauern, die im Rentenalter sind, ihre volle Rentenzahlungen. Dies gibt auch eine kleine finanzielle Sicherheit für die Familien als Ganzes.

 

Folie 41: RATIONELLE NUTZUNG DER FLÄCHEN DES SEMIARIDEN GEBIETES
Mit dieser Grafik wird gezeigt, wie das semiaride Gebiete umweltgerecht benutzt werden sollte.
Die Angaben stammen von der Landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Embrapa, Petrolina.

Hierbei wird deutlich, dass das semiariden Gebiete sich nur im geringen Maß für die Bewässerungslandwirtschaft eignet ist. Aufgrund des Klimas, Bodenqualität, Vegetation ist die prioritäre Nutzung des Gebietes die Tierhaltung. Auf Grund des fragilen Ökosystem muss ein großer Teil des Gebietes als ökologische Reserve belassen werden.

Dieses wissenschaftlich basierte Nutzungsschema wird von der Agro Industrie nicht berücksichtigt und respektiert.

 

Folie 42: ANGEPASSTE TIERHALTUNG
An das semiaride Gebiet angepasst, ist die Ziegen- und Schafhaltung, Geflügel- und Bienenzucht.
Die Ziegen und Schafe benötigen viel weniger Wasser als Rinder und können es besser verwerten. Außerdem gehen sie mit dem Futterangebot der natürlichen Weide sparsamer um. Durch ihr großes Gewicht fördern Rinder außerdem sehr stark die Bodenerosion.

Jedoch ist es unabdingbar für die zweite Hälfte der Trockenperiode zusätzliche Futterpflanzen anzubauen, zur Zufütterung, und als Vorrat in Form von Heu und Silo. Nicht zu vergessen sind alle Maßnahmen der Tierhygiene, Wurmbehandlungen, Futtersalzgaben, etc.

Die Ziegen- und Schafhaltung ist die sichere wirtschaftliche Basis für die Familien, allerdings nur dann, wenn die ausreichende Landgröße für die Weiden zur Verfügung steht.
In Folgendem Beispiel (Auszug aus einem Artikel von Dr. Clovis Guimaraes Filho, Mitarbeiter in Ruhestand des Forschungszentrums Embrapa) wird nochmal deutlich wie wichtig die Tierhaltung als Einkommensquelle der Bauernfamilien ist: Das Jahr 2003 war ein Jahr mit sehr geringem und noch unregelmäßigerem Niederschlag als gewöhnlich. Trotzdem konnten in den Orten, wo die Bevölkerung nach den Prinzipien der Konviventia mit dem semiariden Klima lebt, gute Erträge erzielen. In der Region um Campo Alegre de Lourdes, Bahia, an der Grenze zum Bundesstaat Piaui wurden in diesem Jahr rund 80.000 kg Honig produziert und für 1,60 Euro pro Liter verkauft.

Mit diesem Beispiel wird deutlich, dass es möglich ist, in der semiariden Region wirtschaftliche Erträge zu erzielen, wenn das Potential der Region respektiert und berücksichtigt wird.

 

Folie 43: WEITERVERARBEITUNG VON HEIMISCHEN FRÜCHTEN
Bisher konnten die Familien die Umbufrüchte in ihren Speisezettel nur in den kurzen Monaten der Ernte aufnehmen. Durch die Weiterverarbeitung und Konservierung der Früchte stehen diese den Familien jetzt das ganze Jahr über zur Verfügung, sei es in Form von Marmelade,
Saftkonzentrat, Gelee oder eingelegte Frucht.

Die Produktion der Umbu Bäume ist immer viel größer, als eine Familie für den Eigenbedarf verwenden kann. Dadurch bot sich an, eine eigene Produktionslinie für den Markt zu schaffen, um so zusätzliche Einkommen für die Familie zu garantieren.

Für einen Sack (50 bis 60 kg) der Umbu Frucht in natura, erhielten die Familien früher in der Regel zwischen 10,00 R$ und 15,00 R$. Durch die Weiterverarbeitung wird dieser Betrag nach Abzug aller Kosten, auf 130,00 R$ angehoben.

Interessant dabei ist, dass die Familien mehr als je die natürliche Vegetation schützen, da sie verstanden haben, dass ein ökologischen Wert auch einen wirtschaftlichen Wert darstellt.
In Uauá wurde eine Zentralfabrik errichtet, die es möglich macht Produkte in guter und gleicher Qualität zu erzeugen. In den einzelnen Landgemeinden gibt es die sogenannten Mini-Fabriken.
Dort verarbeiten die Familien einen Teil der Frischfrüchte zu verkaufsfertigen Kompott und einen anderen Teil zu Konzentrat, das dann zur Hauptfabrik nach Uauá gebracht wird zur Herstellung der Endprodukte.

Mittlerweile gibt es Abkommen zwischen den Erziehungssekretariaten der Landgemeinden mit der Genossenschaft, um Produkte direkt bei der Fabrik zu kaufen und sie den Kindern in der Schulspeise anzubieten. Dies ist auch pädagogisch sehr wichtig, denn dadurch versteht das Kind den Wert der Produktion seiner Landgemeinde.

 

Folie 44: POTIENTIAL DER CAATINGA
Das Biom Caatinga mit seinen Pflanzen und Tieren kommt sehr gut mit der klimatischen Realität und der Unregelmäßigkeit des Niederschlages zurecht.
Der heimische Umbu Baum zeigt die Konviventia sehr deutlich. In den Regenzeiten speichert er Wasser in seinen Wurzelknollen (bis zu 3.000 Liter Wasser) und kommt mit dieser Reserve sehr gut über die Trockenmonate. Und sogar, nach 6 Trockenmonaten, noch lange vor dem ersten Regen, blüht der Baum und setzt bereits kleine Früchte an. Es ist wichtig aus dem Verhalten der Natur zu lernen, und sie nicht als „Feindin“ zu sehen, sondern Klima gerecht zu leben.

Das die Caatinga ein hohes ökologisches und wirtschaftliches Potential besitzt, bestätigt auch Dr. Clovis Guimaraes, Mitarbeiter des Forschungszentrums EMBRAPA und schreibt ungefähr so: Die so hoch gelobten Bewässerungsprojekte, mit ihrem ganzen Chemieeinsatz, bleiben weit zurück an Gewinn im Vergleich zu den Produkten aus dem Trockengebiet. Exportgewinn mit Mango Früchten war im Jahr 2002 geringer als der Ertrag aus der Caatinga und Tischtrauben brachten nur etwa die Hälfte davon.

Die Wertschätzung der lokalen Produkte ist heutzutage, im Kontext der Globalisierung die große Strategie, um zugleich das Ökosystem der Caatinga zu bewahren und den Wohlstand der Bevölkerung zu garantieren, die in ihr leben und von ihr abhängen. Spezielle Produkte aus der Caatinga, mit ihrer territorialen und kulturellen Identität, unterscheidbar von denen aus anderen Regionen, stellen ein großes wirtschaftliches Potential dar. Die Produkte aus der Caatinga besitzen ihren besonderen Geschmack, Geruch und Aussehen. In Zukunft soll es Regionalmarkenzeichen geben, wie z.B. Umbu Saft aus Uauá, Ziegenkäse aus Carirí, Caatinga Honig aus Campo Alegre de Lourdes oder Sonnenfleisch (Carne de Sol) aus Seridó. Es bedarf einfach nur ein wenig mehr Anstrengung, um zu verstehen welches Potential uns mit dem Caatinga Ökosystem gegeben ist, aber auch vom lokalen Wissen zu lernen und es anzuerkennen.

Wir können nicht so weitermachen, das Ökosystem ändern zu wollen, um exogene Pseudolösungen aufzuzwingen. Die wahren Lösungen finden sich hier, genau vor uns, im Ökosystem der Caatinga.

 

Folie 45: RECAATINGAMENTO = AUFFORSTEN DER CAATINGA
Re-Caatingamento (Wiederaufforstung der Caatinga).
Wir verwenden einen neuen Begriff, abgeleitet vom brasilianischen “Reflorestamento”, was Wiederaufforstung bedeutet. Da im semiariden Gebiet die Vegetation Caatinga, aus Kakteen, busch- bis baumartiger, eher schütterer Vegetation besteht, änderten wir das Wort Reflorestamento auf Recaatingamento um diese Spezifität zum Ausdruck zu bringen.

Recaatingar = Aufforsten der Caatinga, 'Aufcaatingieren'. Eine Wortneuschaffung, die sich aber in der Zwischenzeit schon durchgesetzt hat.
Caatinga ist das einzige, ausschließlich brasilianische Biom, das reich an Ressourcen ist, aber auch eines der am meisten bedrohten Ökosystem des Planeten ist. Die Hälfte seiner Gesamtfläche (800.000 km²) ist degradiert und zerstört.
Angesichts dieser Tatsache begann IRPAA eine neue Arbeit, 'Recaatingamento', das Aufforsten der Caatinga in Landgemeinden die von Tierhaltung leben. Bei dem Projekt wird die Bevölkerung in Kursen ausgebildet, um dann die 'Recaatingierung' auf ihren eigenen Landstücken durchzuführen.

Das Ziel ist es, durch nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen die Desertifizierung (Verwüstung) aufzuhalten oder umzukehren. Derzeit wird das Pilotprojekt in 7 Landkreisen umgesetzt.

Die Wiederherstellung und Erhaltung der Caatinga ist wichtig für das Leben des gesamten Planeten und für die Region. Die Caatinga ist Quelle von heimischen Früchten, Futterpflanzen, Fasern und Heilpflanzen, grundlegend für den Lebensunterhalt der Familien der traditionellen Landgemeinden.

Durch Umwelterziehung in den Schulen werden die Kinder und Jugendlichen für das Projekt begeistert.

 

Folie 46: ANGEPASSTER SCHULUNTERRICHT
Ein wichtiger Beitrag für das ganzheitliche Konzept der Konviventia mit dem semiariden Klima ist der Schulunterricht. Die Lebenswelt der Kinder muss berücksichtigt und eingebunden werden. Es ist wichtig, dass die Kinder schon in der Schule lernen, wie im Einklang mit der Natur gut gelebt werden kann und wie sie dieses Wissen auch an ihre Eltern weitergeben können.

Die Kinder sind die Schlüsselfiguren für die Veränderung in der Zukunft. Sie lernen, dass das semiaride Gebiet eine sehr lebenswerte Region ist, wenn nur das Potential erkannt und genutzt wird. So lernen die Kinder schon von klein auf, dass es Lösungen gibt und die Gegend schöne und positive Seiten hat, entgegen der Meinung, die bis vor weniger Zeit herrschte.

Ehe die Kenntnisse der Konviventia mit dem semiariden Klima mit den Kindern erarbeitet werden, müssen erst Schulungen mit den Lehrkräften durchgeführt werden, denn auch sie erfuhren in der Schule und auf der Uni, diese Region als negativ und nicht lebensfähig. Es ist wichtig, dass die Lehrkräfte lernen in welcher Art und Weise die neuen Inhalte Unterrichtsfächer übergreifend in die Praxis umgesetzt werden können. Es geht also nicht darum einmal in der Woche eine Stunde Umwelterziehung zu haben, sondern darum, in allen Lebensbereichen die Konviventia präsent zu haben. Sei es bei Mathematik, Geschichte, Portugiesisch Unterricht,
Biologie, Naturkunde etc. Es ist auch wichtig die Schulspeisung und praktischen Schulunterricht, unter diesem Aspekt zu gestalten. Das Anlegen eines pädagogischen Gemüsegartens dient als Schulmaterial, das viele verschiedene Themen erarbeiten lässt z.B. die Wichtigkeit einer ausgeglichenen, vitaminreichen Ernährung, sowie praktische Arbeiten, der Umgang mit Kompost, Erde, Pflanzen, etc.


Folie 47: ANGEPASSTER SCHULUNTERRICHT
Früher wurde zur gleichen Zeit im Schulzimmer gelernt, wie z.B. über den Straßenverkehr in Sao Paulo oder, dass die Caatinga eine ausgetrocknete Vegetation ist und sehr wenig Wert hat, etc.

Durch den Kontext gerechten Schulunterricht wird heute den Kindern deutlich, dass die semiaride Region reichhaltig und lebenswert ist.

 

Folie 48: ANGEPASSTER SCHULUNTERRICHT
In gemeinschaftlicher Arbeit mit lokalen sozialen Gruppen, Landpastoral, dem Erziehungssekretariat, Staatsanwaltschaft und IRPAA begann das Projekt „Schifffahrt auf dem Sao Franciscofluss“, bei dem Schulkinder die Möglichkeit haben, Umwelterziehung hautnah zu erleben.

SchülerInnen aus öffentlichen Schulen in Juazeiro und naher Umgebung haben die Möglichkeit den Fluss und seine Geschichte zu erleben. Während der Schifffahrt lernen die Kinder aber auch über das semiaride Gebiet, kulturelle Aspekte, über die Familien und Situation der traditionellen Gemeinden am Flussufer und im Landesinneren.

Noch während der Fahrt beginnen die SchülerInnen ihre Eindrücke festzuhalten. Dies geschieht auf verschiedene Art und Weise: Gedichte, Geschichten, Zeichnungen, Texte, Lieder. Es ist erstaunlich, wie kreativ die Kinder werden und nach konkreten Lösungen für die Situation des Flusses suchen.

Die Lehrkräfte bestätigen, dass die SchülerInnen nach solcher Art von Unterricht auch anfangen, sich besser mit den KollegenInnen zu verstehen, selbstbewusster auftreten und vor allem die kreative Ader zeigen.

Auffallend ist, dass ein Großteil der Kinder, obwohl sie in Juazeiro leben, bisher den Fluss nicht kannte, geschweige denn Boot gefahren ist. Nach dem Kennenlernen merken die Kinder wie wichtig es ist, den Fluss und Umwelt zu schützen. Denn auf der Fahrt sehen sie auch wie der Fluss mit den negativen Verhaltensweisen der Menschen zu leiden hat: große Sandbänke, Abwasser das in den Fluss geleitet wird, zerstörte Ufervegetation mit Luxuswohnungen, sind nicht nur mehr Worte oder Fotos, sondern werden real.

 

Folie 49: ANGEPASSTE DIDAKTISCHE MATERIALIEN
Ohne Fußnote

 

Folie 50: SOZIALE BEWEGUNGEN UND BASISGRUPPEN
Die Mobilisierungsarbeit der sozialen Bewegungen und Organisationen ist von großer Wichtigkeit vor allem im Kampf um soziale Gerechtigkeit und die Forderung der Menschenrechte für diejenigen, denen die Grundrechte noch verweigert sind.

Die sozialen Bewegungen gründen sich aufgrund bestehender Notwendigkeiten. Beispielsweise war die Gründung des Movimento dos atingidos por Barragens (MAB) = Bewegung der von Staudamm betroffenen, notwendig, als Familien vom Staudamm Bau betroffen wurden und sie dabei grobe Menschenrechtsverletzungen erfuhren.

Die Landlosenbewegung – MST – entstand um eine Verteilung des Landes und Landreform zu fordern. So auch weitere Bewegungen wie MMTR - die Bewegung der Landarbeiterinnen, MPA - die Bewegung der Kleinbauern, etc.
Zusammen mit den Bauernvereinigungen und den sozialen Gruppen und NGO's versuchen sie, vor allem auch im Zusammenschluss, Netzarbeit, für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen.
Es ist daher wichtig, dass die VertreterInnen all dieser Gruppen auch im zu Gunsten der Konviventia mit dem semiariden Klima arbeiten.
Das Hauptziel ist es, dass das ganzheitliche Entwicklungskonzept der Konviventia mit dem semiariden Klima zur öffentlichen Regierungspolitik wird, damit sie nicht mehr bei jedem Regierungswechsel Änderungen ausgesetzt ist. Denn als Regierungsprogramme sind sie sehr kurzlebig. Es ist wichtig, das diese Programme als öffentliche Entwicklungspolitik gelten können.

 

Folie 51: LAND - DIE GRUNDLAGE FÜR DIE KONVIVENTIA MIT DEM KLIMA
Zur Anwendung von angepassten Technologien zur Wasser Bevorratung, der Tierhaltung, Ernte, Verwertung und Weiterverarbeitung von heimischen Früchten müssen die Familien ausreichend Land zur Verfügung haben.

Wenn die Landfrage nicht geklärt ist, wo soll den das Wohnhaus hingestellt werden, die Regenwasserzisterne errichtet werden, die Tiere gehalten, gepflanzt?
Die Frage nach ausreichend Land muss bei allen Themen ineinander gehen.

 

Folie 52: DIE LANDKARTE DES ENDES VON HUNGER UND DURST IM SEMIARIDEN GEBIET BRASILIENS.
Ohne Flussnote


Folie 53: LAND - DIE GRUNDLAGE FÜR DIE KONVIVENTIA MIT DEM SEMIARIDEN KLIMA
Ohne Fußnote


Folie 54: IRPAA
Ohne Fußnote
 

 

 

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