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Trockenheit im Semiariden Gebiet – Welch Überraschung!

 

Trockenheit im Semiariden Gebiet – Welch Überraschung!

Clovis Guimaraes, Berater des Projektes Bioma Caatinga (Sebrae/ Banco do Brasil)


Und wieder trifft eine lang anhaltende Trockenperiode das semiaride Gebiet. „Welch Überraschung! Damit hat niemand gerechnet!“ Wie sehen die Pläne der zuständigen Organe bezüglich der Trockenperiode aus? Welche mittel- und langfristigen Aktivitäten wurden entworfen, um den Folgen dieser Niederschlags freien Monate für die ländliche Bevölkerung des semiariden Gebiets vorzubeugen oder sie einzuschränken? Wieder einmal scheint es, als gäbe es nur staatliche Lebensmittelrationen, das Regierungsprogramm der Ernteversicherung, Anhäufung von Schulden sowie Wassertank-LKWs. Und was passiert danach? Fällt wieder Regen? Raten Sie mal….richtig!!! Die nicht zu vertretene Verteilung von Mais- und Bohnensamen mit schon vorhersehbarem Misserfolg, weil Mais und Bohnen die Unregelmäßigkeit des Regens nicht verkraften!!Als einzige Neuerung in den letzten Jahren gibt es lediglich das Zisternenprogramm, welches, anstatt die staatlichen Wassertank-LKWs zu ersetzen, deren Fahrten noch um ein Vielfaches vermehrte, da sie die Zisternen auch noch auffüllen.

Die Trockenperioden im semiariden Gebiet Brasiliens sind ein fortlaufendes, wiederkehrendes Phänomen und sollten deshalb auch als ein Produktionsfaktor angesehen werden – sowohl von den Bauern als auch von der öffentlichen Entwicklungspolitik – anstatt immer wieder große Notfallmaßnahmen durchzuführen. Ein Beispiel ist die Viehzucht – die Überlebensbasis für die Landwirte, in den von der Trockenheit am meisten betroffenen Gebieten. Da die Ernährung der Tiere auf der Naturweide der Caatinga basiert, ist man abhängig von den Regenfällen und damit angewiesen auf Vorsorgestrategien und Maßnahmen zur Linderung der Folgen. Welche Maßnahmen trifft die Regierung? Nicht angepasste genetische „Verbesserungen“, künstliche Befruchtung und als Volksfest veranstaltete Viehzuchtmessen. Es ist unglaublich, dass es keine vorsorglichen Fortbildungsprogramme für die Lagerung von Viehfutter für kritische Perioden gibt, wie Heu, Silage, Ammonisierung von Trockensubstanz, Futterpuntie, etc – die wichtigsten Technologien, welche alle Tierhalter im semiariden Gebiet unbedingt anwenden müssten.

Aber auch abgesehen von den zukünftigen Präventivmaßnahmen der Landwirte, könnten bereits Komitees auf Sektor-, Bezirks- oder Interbezirksebene gegründet werden, welche die Koordination der Maßnahmen steuerten und unverzüglich auf eine drohende Dürre aufmerksam machten. Diese dauerhaften Komitees, welche von Sekretären der Bezirke koordiniert werden würden, stellten ebenso Repräsentanten der öffentlichen und privaten Institutionen sowie Mitglieder der landwirtschaftlichen Körperschaften.

Wenn eine große Trockenperiode als solche identifiziert ist, nutzen diese Komitees ihre klar definierten Kompetenzen und führten, abgesehen von der Koordination aller internen und externen Unterstützung, auch Aktivitäten durch, wie:

1. Monitoring und Analyse der Dauer und Lokalität der Dürre und der Folgen der Trockenheit der Region (beinhaltet ebenso ein Frühwarnsystem);
2. Auflistung, Reparatur und koordinierte Nutzung von Brunnennetzwerken sowie von vorhandenen Wasservorräten der Region;
3. Montage und Koordination eines Informationsnetzwerkes zwischen den verschiedenen Akteuren in den betroffenen Gebieten;
4. Identifizierung und Mobilisierung von Flächen, die weniger oder gar nicht von der Trockenheit betroffen sind (wie z.B bewässerte Landflächen) und die das Potential haben, andere betroffene Gebiete zu unterstützen und mit ihnen Abkommen und Partnerschaften abzuschließen;
5. Festlegung der Garantien für eine strategische Lagerung und bevorzugte Lieferung von landwirtschaftlichen oder agroindustriellen Nebenprodukten, die in der betroffenen Region benötigt werden;
6. Festlegung von geeigneten Maßnahmen, die den Preisverfall der Produkte und den übersteigerten Preisanstieg der für den Landwirt notwendigen Produkte verhindern - vor allem die Nutzer von Tiernahrung;
7. Einführung oder Garantie eines spezifischen Kredites, welcher für den Erwerb von Tierfutter in der Trockenperiode vorgesehen ist und es dem Tierhalter ermöglicht, einen Grundstock seiner besten Tiere zu erhalten und so die Viehzucht nach Ende der kritischen Periode wieder aufzunehmen.

Alleine die Kombination dieser Maßnahmen gäben dem Landwirt im semiariden Gebiet die notwendigen Konditionen, um die Produktivität zu sichern und seine zukünftige wirtschaftliche Situation zu verbessern, wie auch Reserven anzulegen.
Schluss mit all der Improvisation und den Plänen, die nur vier Jahre nach vorne sehen.

Der Text stammt vom Clovis Guimarães Filho, Veterinär und M. Sc in Animal Science. Als Spezialist für Ziegen- und Schafhaltung forschte er am Agrarforschungszentrum Embrapa in Petrolina und setzt sich insbesondere für die nativen Rassen ein, da diese widerstandsfähig und dem semiariden Klima angepasst sind. Seit vielen Jahren verteidigt und verbreitet er die Konviventia mit dem semiariden Klima. Heute ist er Berater des Projektes „Biom Caatinga“.

 

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