IRPAA - Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada

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Interessanter Bericht eines Besuchs bei Irpaa

IRPAA

 

(Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada /

Regionales Institut für angepasste Landwirtschaft)

Bericht über IRPAA - Präsentationen am 14. und 15.1.2014

in Juazeiro do Bahia und Uaua, Nordost-Brasilien

 

Im Nordosten Brasiliens befindet sich die „Caatinga“ , eine großer Trockensavanne, die fast zehn Mal so groß wie Österreich ist und ein artenreiches Groß-Ökosystem beherbergt. "Caatinga" heißt dieses Gebiet in der indianischen Sprache Tupí, was "weißer Wald" bedeutet (in den Trockenperioden verlieren die niedrigen Bäume und Büsche ihre Blätter. Äste und Stängel wirken verdorrt und reflektieren das Sonnenlicht, wodurch sie wie „weiß angestrichen“ wirken– was dieser Halbsavanne dann ein gespenstisches, lebloses Aussehen gibt).

In der Caatinga treten in periodischen Zeiträumen lange und intensive Dürreperioden auf (etwa alle 26 Jahre). In der Zeit von 1979 – 1983 starben dabei bis zu 1 Million Menschen aufgrund der durch Wassermangel und verschmutztes Wasser hervorgerufenen Krankheiten.

Die Antworten der Regierung in der Krise waren i.a. Nahrungsmittellieferungen statt der Inangriffnahme wirksamer Strukturmaßnahmen. Auffallend war, dass Menschen unter der Dürre viel mehr litten als die Natur selbst, die auch für extreme klimatische Bedingungen sozusagen vorprogrammiert ist. Es gab aber auch Gemeinden, die mit der Dürre zurecht kamen; Grund dafür war, dass in diesem Gegenden Ziegen und Schafe (statt Rinder, für die es kein Futter gab) gehalten wurden, durch deren Verkauf die Deckung der Grundbedürfnisse an Nahrung für Menschen (mit Bohnen und Reis) sichergestellt werden konnte.

Daraus wurde hergeleitet, dass das Gefährliche nicht der Mangel an Wasser, sondern der Mangel an Anpassung der Menschen an die gegebenen Umstände, bzw. der falsche Umgang mit den vorhandenen, beschränkten Mitteln war.

IRPAA hat es sich seit der Gründung Mitte der 80-er Jahre zur Aufgabe gemacht, von Juazeiro da Bahia ausgehend, als Organisation für das gesamte semi-aride Gebiet das Thema der „Convivência“ von Mensch und Natur zu bearbeiten, d.h. das Leben erfolgreich an den herrschenden klimatischen Bedingungen zu orientieren.

Die Arbeit von IRPAA umfasst kontextuale Bildung, die nicht auf Bekämpfung und Flucht vor der Dürre sondern auf ein gutes Zusammenleben mit ihr fokussiert (Workshops, Lesekreise, Publikationen …), Stärkung der Organisation der Menschen in ihrer Situation, Aufzeigen von Alternativen zur Resignation/Abwanderung aus der Region, Verwurzelung und Stärkung des Selbstwertes der dort lebenden Menschen, Konsolidierung des Zusammenlebens mit dem Klima, Aufbau von Musterfarmen und Netzwerken an Gemeinschaften, Entwicklung von entsprechenden Technologien für einen neuen Umgang mit mangelhaft vorhandenem Wasser und effizienter Bewässerung, Umweltschutz (ohne entsprechenden Boden kann die Umwelt nicht geschützt werden) und vieles mehr…

Das große grundsätzliche Problem einer Landreform mit gerechter Verteilung von Grund und Boden ist selbstverständlich auch ein Thema, kann aber aufgrund der

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politischen Verhältnisse kaum wirksam vorangetrieben werden. In einem trockenen Gebiet, wie der semiariden Zone, müsste noch dringender beachtet werden, dass die für eine Bauernfamilie nötige Landfläche bedeutend größer sein muss, um trotz der klimatischen Unregelmäßigkeiten ein sicheres Auskommen zu haben.

Die Auswirkungen der Arbeit von IRPAA haben sich bei der derzeitigen Dürreperiode gezeigt, wo es kaum Tote gab und die Menschen nicht mehr aus der Region wegziehen wollten/müssen, weil sie mit den klimatischen Bedingungen in der Region zu leben lernen/gelernt haben. Das Leben wird so auch während der Dürre bewältigt, durch Verkauf der Rinder (die für die Region aufgrund des Futter-mangels sowieso nicht geeignet sind) und von Ziegen, durch neue Bewässerungsmethoden, Herstellung und Verkauf von geeigneten Produkten wie z.B. Marmeladen, Wildfrüchten etc.

Seit ca. 12 Jahren wird IRPAA nicht mehr belächelt, sondern ist die Arbeit anerkannt und hat sich zu Netzwerken entwickelt (ASA) und es gibt auf regionaler und nationaler Ebene einen Dialog mit Regierungsbehörden, Fachinstituten und der Zivilgesellschaft zu den relevanten Themen. Kamen zu Beginn der Arbeit von IRPAA noch 100% der benötigten Finanzmittel von internationalen Partnern, werden heute 85% der Mittel von Regierungsseite aufgebracht und nur die restlichen 15% kommen von internationalen NGOs. Das Problem bei der Zusammenarbeit mit der Regierung und der Legislative im Tagesgeschäft ist allerdings die überaus große Bürokratie in Brasilien. Grundsätzlich ist nochmals festzustellen, dass z.B. Gelder für Wasserprojekte nunmehr leichter zu bekommen sind, während aber für eine wirksame Landreform der politische Wille fehlt. Gemäß eines erst kürzlich verabschiedeten Gesetzes kann jetzt, wenn auch in einem komplexen Verfahren, zumindest das Nutzungsrecht von Land über 100 Jahre erworben werden (IRPAA unterstützt dabei). Zum guten Überleben bräuchten Familien eigentlich 80 – 100 Hektar Land im semiariden Gebiet, IRPAA begleitet jedoch ca. 12.000 Familien mit nur 1 – 10 Hektar Land. Deshalb versucht IRPAA mittels Gemeinschaftsbildung erfolgreiche Lösungsansätze. Durch kollektive Weidegebiete und Effektivität soll dem Bodenmangel begegnet werden, allerdings muss dabei darauf geachtet werden, dass der Boden nicht ausgelaugt wird. *

Die Erfolge von IRPAA im Bildungsbereich sind jedenfalls größer, als jene im Landbereich. Der Ansatz von IRPAA besteht hier in der Ausarbeitung und Verbreitung von didaktischem Material zur kontextuell angepassten Bildung, sowie Wissensvermittlung in Workshops, Lesekreisen, Theateraufführungen, etc.). Bisher wurden z.B. Schulbücher verwendet, die für ganz Brasilien Geltung hatten, deren Inhalte aber kaum regionale Relevanz besaß. So kannten Schüler/innen oft nicht einmal wichtige spezifische regionale Pflanzen, oder geografische Gegebenheiten. Mit einer regionaler ausgerichteten Bildung wird nicht auf den Blick für die weite Dimension Brasiliens oder eines Weltbürgertums verzichtet, jedoch das spezifisch Regionale gestärkt.

 

* Zum Verständnis der Landsituation: In Folge der wirren Kolonialperiode und dem abrupten Wechsel vom Königreich zur Republik im 19 Jahrhundert, ist die Eigentumssituation von Grund und Boden bis heute nicht geregelt: Besonders in der semiariden Zone ist in vielen Verwaltungsgemeinden der überwiegende Teil der Bodenfläche nicht grundbücherlich zugeordnet, sondern gehört dem Staat. Das soll nicht heißen, dass dieses Land nicht benutzt würde. Lokale einflussreiche Familien agieren so, als würde das Land ihnen gehören. Dies sind aber auch die Flächen, auf denen die kleinbäuerliche Landwirtschaft ihre Ziegen und Schafe weiden lässt. De facto ist es also so, dass eine einzelne Familie ein kleines Stück Land besitzt (oft auch im Grundbuch eingetragen), aber große zusammenhängende Naturweideflächen (Gemeinschaftsweiden = Almenden) für die Tiere benutzt. Falls ihnen dieses Recht genommen würde, wäre mit den wenigen Hektar Land rund um ihr Haus ein Überleben nicht mehr möglich.

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Familien bekommen von IRPAA produktive Kleinprojekte finanziert (IRPAA hat ein großes Regierungsprojekt gewonnen), um entsprechende Methoden im Sinne der Ziele von IRPAA bzgl. „Convivência“ (Bewässerung, Viehzucht, Anbau) auszuwählen, zu testen und umzusetzen. Dabei kann durchaus auch experimentiert werden und Gemeinden erreichen damit auch gute Ergebnisse. IRPAA gibt also technische und finanzielle Unterstützung um gutes und effektives Überleben in der semi-ariden Region zu realisieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der IRPAA-Arbeit ist naturgemäß Kommunikation. Es soll dabei in der Allgemeinheit ein anderes Bild der semi-ariden Region vermittelt werden, als es sich meist eingeprägt hat. Es ist dies keine „schlechte oder lebensfeindliche Gegend“ aus der man am besten auswandern sollte, sondern einfach eine Region mit spezifischen und sicher auch schwierigen klimatischen Bedingungen, in der aber ein angepasstes Leben nicht nur gerade noch möglich, sondern durchaus auch lebenswert sein kann.

Die großen Medien des Landes konnten für diese Botschaft noch kaum erreicht werden, einzelne publizistische Beiträge beschäftigen sich jedoch bereits mit diesem differenzierteren Bild der semi-ariden Region: in der Caatinga ist es nicht häßlich, sondern lebenswert!

Ein falsches Bild und fehlendes Selbstwertgefühl erlauben jedenfalls keine Weiterentwicklung der Region, Bildungsmangel und Zielemangel fördern eher das Versagen. Letztlich ist eine radikale Veränderung des Bewusstseins und des Lebens in der Caatinga Ziel der Arbeit von IRPAA – und es gibt da bereits signifikante Erfolge.

Bisher galt ausschließlich der Kaktus Mandakaru als Symbol des semi-ariden Gebietes. Im Bemühen um eine Bewusstseinsänderung stellt IRPAA diesem Symbol des Widerstandes zwei weitere Gewächse als Symbole zur Seite, nämlich den Umbu-Baum und den Juazeiro-Baum. Diese Bäume symbolisieren nämlich das „Buen Viven“, also das „gute Leben“ in diese Region. Tatsächlich stechen diese Bäume durch ihre sattgrünen Blätter oft inmitten grauer, vertrockneter Buschlandschaften als Symbole eines Lebens hervor, das Beispiel gibt.

Der Umbu-Baum, der bis zu 300 Jahre alt werden kann, blüht im September/Oktober, Monate vor Beginn der Regenzeit, wenn vieles anderes vertrocknet ist und trägt danach auch gute Früchte, welche als Lebensmittel verwendet werden. Dies wird durch Wurzelknollen erreicht, welche bis zu 3.000 Liter Wasser speichern können und damit wie „Zisternen“ funktionieren. Bei durchschnittlich nur 500 ml Regen pro Jahr in der Region, kann der Umbu-Baum sogar überleben, wenn es in einzelnen Jahren nur 150 ml regnet.

Der Juazeiro-Baum wieder symbolisiert „Brunnen“, da er 30 – 40 m tiefreichende Wurzeln hat, die sich aus unterirdischen Wasservorräten nähren.

Mit solchen Symbolen will IRPAA die Möglichkeit eines guten Lebens („bem viver“) in der Caatinga (des semi-ariden Gebietes) im Sinne von „Convivência“ unterstreichen. Das heißt, auch wenn die Lebensbedingungen z.T. unwirtlich sind, kann Mensch, Fauna und Flora damit gut zurecht kommen, wenn die Lebensweisen angepasst sind. Dafür sind altes Volkswissen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse anzuwenden, es ist an konkreten technischen Einrichtungen, aber auch an kulturellen Einstellungen zu arbeiten, wozu auch Symbolik und Mystik einen Beitrag leistet.

Das gute Überleben von indigenen Völkern in diesem Gebiet bis vor 300 Jahren (niemand unterernährt, Pflanzen als Medizin) dient als gutes Beispiel, auch wenn

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verlorengegangenes Wissen in der Gegenwart z.T. erst wieder neu erworben werden muss.

In der Bildungsarbeit wird übrigens auch das Überleben des Volkes Gottes, wie es im Alten Testament beschrieben wird und das unter ähnlichen klimatischen Bedingungen gelebt hat, beispielhaft erwähnt.

Auf Grund von Aufzeichnungen von Missionaren und Regierungsbeamten über klimatische Extremereignisse in der Kolonialzeit und den seit Ende 1800 regelmäßigen Aufzeichnungen über Niederschlagsmengen, konnten periodische Dürreperioden abgelesen werden. Die Anpassung der Lebensweisen von Menschen, Tieren und Pflanzen ermöglicht es aber, dass diese Dürren keine katastrophalen Folgen mehr haben müssen. Die Dürre von 1979 – 1983, die noch 1 Mio Tote verursacht hat, müsste eigentlich als „Genozid“ bezeichnet werden, da sie aufgrund der Aufzeichnungen und der daraus herauslesbaren Periodizität vorhersehbar war, seitens der Politik jedoch keine geeigneten, vorbeugenden Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Mit der Gründung von IRPAA sollte eine Wiederholung dieser Katastrophe verhindert werden, was auch gelang, wie in der jetzt nach ca. 30 Jahren wieder aufgetretenen Dürreperiode bewiesen werden konnte.

Die Dürre selbst ist dabei also oft weniger das Problem, als eine immer noch falsche Politik, die dieser Region Schaden zufügt und die Anpassungsbedingungen ungemein erschwert. Bestes Beispiel ist eben die nötige Landreform: Für gutes Überleben bedarf es durchschnittlich 80 – 100 Hektar semiariden Landes pro Familie – ev. auch nur 30 ha, wenn mehr Wasser vorhanden ist. Die tatsächlich oft nur zur Verfügung stehenden 1 – 10 Hektar Land sind viel zu wenig für ein gesichertes Grundeinkommen, für das eine Ziegenherde von 80 bis 100 Tieren notwendig ist – wobei eben schon für eine Ziege etwa 1 ha gute Caatinga Naturweide nötig ist.

Seitens der Politik werden aber auch hilfreiche Maßnahmen gesetzt, wie z.B. die Finanzierung von Brunnenbau und Zisternen (z. T. aus PE gefertigt, was sich in einiger Zeit aber auch als nachteilig herausstellen könnte, weil PE-Zisternen im Schadensfall weggeworfen werden müssen, Korruption bei der Anschaffung befürchtet wird und auch mittelfristige Verunreinigungen des Wassers durch PE nicht ausgeschlossen sind).

Nun noch kurz zusammengefasst einige Aspekte und praktische Beispiele für die IRPAA-Arbeit:

- Region ist nicht für den Anbau von Pflanzen (herkömmliche Landwirtschaft), sondern eher für spezifische Viehzucht geeignet

- Ziegen und Schafe eignen sich viel besser als Rindvieh (bessere Futternutzung); im übrigen erzielt Ziegenfleisch dzt. auch ca. den doppelten Preis von Rindfleisch

- Hühnerzucht ist für die Region geeignet – aktuell bekamen 75 Familien ein Kleinprojekt für einen einfachen Hühnerstall mit je 50 Hühnern finanziert, pro Huhn sind etwa 100 Quadratmeter Bodenfläche als Minimum zu veranschlagen. Dazu wurden noch 15 Mini-Fabriken für Hühnerfutter und 9 Wasch- und Verpackungsanlagen für Eier installiert.

- der verbreitete Einsatz von Foto-Voltaik zur Energiegewinnung wäre bei 3.000 Sonnenstunden im Jahr (in Mitteleuropa gibt es zum Vergleich dazu nur etwa 1000 Sonnenstunden) vorteilhaft

- es macht nur Sinn die für diese Region „richtigen Pflanzen“ anzubauen

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- die Caatinga ist geeignet aufzuforsten „Re-Caatingamento“ (derzeit ein Gemeinschaftsprojekt von 10 Gemeinden über 10 Jahre): es werden entweder Samen mit Dung ausgebracht und angepasste Pflanzen treiben aus, oder es werden Setzlinge gepflanzt

- in jedem Fall müssen die aufzuforstenden Gebiete durch geeignete Zäune (Drahtzäune, Holzzäune oder sogar elektrische Zäune) vor dem Zutritt von weidenden Tieren geschützt werden, um eine frühzeitige Zerstörung der jungen Pflanzen zu verhindern

- geeignete Wassersammlungs-Einrichtungen werden erforscht, getestet und angewendet („jedes vorhandene, kostbare bisschen Wasser ist hier bestmöglich zu nutzen“):

o) schmale, tiefe Gräben können ausgehoben werden, wo der Boden geeignet ist (kristalline Felsen in z.B. 4 m Tiefe oder gespaltene tiefe und lange kristalline Felsen), darin sammelt sich Wasser, Tiere haben Zugang über eine Rampe, die Anlage hat ein Fassungsvermögen von z.B. 400.000 l und kostet etwa 7.000 Real… Vorteil ist die geringere Wasserverdunstung (alles was weniger als 3m tief ist trocknet i.a. aus, weil bei durchschnittlich nur 500 ml Regen pro Jahr mit einer Verdunstung von 3.000 ml/Jahr zu rechnen ist)

o) es gibt verschiedene Anlagen mit Zisternen: mit Ziegeln gebaute (zylindrische bis zu 2 m tief, konische, eiförmige, erdbebensichere), Flächenzisternen für Nahrungsmittelanbau (z.B. 50.000 l Wasser), kleine Zisternen mit geeigneten Zuleitungen zu kleinen Beeten für kleinere Nahrungsmittelproduktionen, Zisternen mit Filtern (Schichten aus Sand, Steinen und Tierkohle; Filterwechsel alle 6 Monate) zur Erreichung von Trinkwasserqualität - auch durch geeignete Zusatzmaßnahmen (1. Regen dient zur Dachreinigung, bzw. gibt es ein Erstwasser-Ableitungsrohr). Mittels einer solchen Filteranlage kann IRPAA z.B. ca. 40 Personen bei ihren Kursen im eignen Trainingszentrum seit 15 Jahren über Wochen mit Trinkwasser versorgen (Kosten 2.000 – 3.000 Real, können auch von der öffentlichen Hand getragen werden)

o) Brunnen mit Pumprädern (ohne Motor, wie in Afrika verwendet), bis zu 60m tief, eine Kapazität ab 5.000 l wird als ideal angesehen. Brunnen, die weniger Wasser geben werden von der Regierung gar nicht weiterbetrieben und stillgelegt. IRPAA jedoch, weiß um die Bedeutung „jedes Tropfens Wasser“ in dieser Region und verwendet auch solche Brunnen, solange ihre Kapazität mindestens 2.000 l beträgt.

o) „unterirdische Staudämme“ werden errichtet, wobei vorhandene, unterirdische Feuchtigkeit durch Baumaßnahmen (Folie, Betonabsperrungen) am „Weitersickern“ gehindert und für eine Nutzung durch Pflanzen an der Oberfläche „aufgestaut“ wird

- Anmerkung zum Thema „gesundes Trinkwasser“: dies ist natürlich von größter Wichtigkeit, weil z.B. 90% aller Kinderkrankheiten durch verunreinigtes Wasser verursacht werden; daher wird z.B. auch der Bau von dafür geeigneten Zisternen für möglichst alle Schulen angestrebt (von der DKA mitfinanziert); spezielle Probleme dabei sind, dass Schulen i.a. kein Land besitzen, in Ferienzeiten keine Anlagen-Wartung erfolgt und es oft zu technischen und rechtlichen Diskussionen kommt.

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- IRPAA betreibt auch ein Gewächshaus, wo Erfahrungen über das Wachsen von Pflanzen gesammelt werden, wie z.B. dass sich Setzlinge z.T. besser entwickeln, wenn sie sich in einem Cluster mit andersartigen Setzlingen entwickeln können

- Pädagogik-Bereich: in einem Trainingszentrum mit einem angeschlossenen, großen „Experimentier-gelände“ für Pflanzenanbau, Wassergewinnung und Tierhaltung wird Studenten und Interessierten die Möglichkeit gegeben, die Erkenntnisse von IRPAA für eine erfolgreiche „Convivência“ im semi-ariden Nordosten Brasiliens kennenzulernen.

So werden solche und zahlreiche andere Anwendungen zur Erreichung eines optimiert angepassten Lebens in der Caatinga von IRPAA erforscht, ausprobiert und bei entsprechender Eignung realisiert und weiterempfohlen.

Die DKA-Unterstützung für IRPAA bezieht sich übrigens primär auf den pädagogischen Bereich, um mit Bewusstseinsänderungen im Sinne der IRPAA Ziele früh zu beginnen, also bei Lehrplan-Anpassungen und –Entwicklung, bei der Erstellung von geeigneten Schulbüchern, sowie der Erarbeitung von Möglichkeiten für einen fruchtbaren Dialog mit Verantwortlichen der Schulbehörde und Lehrer/innen.

Abschließend kann angemerkt werden, dass Tätigkeiten wie jene von IRPAA einen großen Nutzen für die Menschen in lokalen, spezifischen Lebenssituationen haben. Es kann aber auch ganz allgemein weltweit daraus gelernt werden, wie die Beobachtung der Natur und das Ziehen richtiger Schlüsse, das Anpassen an spezifische Lebensbedingungen durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, sowie das positive und konsequente Herangehen an große Herausforderungen einen erfolgreichen Weg der Menschen in ihren jeweiligen Situationen ermöglicht.

 

 

Wien, Jänner 2014 Hannes Peintinger

 

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