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Lebensqualität im Nordosten Brasiliens durch klimagerechtes Verhalten

Das regionale Institut für angepasste Kleinbauernlandwirtschaft und Tierhaltung ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Juazeiro, im Bundestaat Bahia, im Zentrum der semi-ariden Region Brasiliens, die mit fast 900.000 km² so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen ist. Seit ǘber 20 Jahren entwickelt das Institut eine technisch-pädagogische Zusammenarbeit mit der kleinbäuerlichen Landbevölkerung, mit dem Ziel, neue klimagerechte Wirtschafts- und Lebensformen zu vermitteln.

Es muß hervorgestellt werden, dass das semi-aride Gebiet Brasiliens viele Möglichkeiten und Mittel hat, aber von den übrigen Regionen verschieden ist. Um hier gut leben zu können, muß man lernen mit der Andersartigkeit im Einklang zu leben, mit den Winden, den unregelmäßigen Niederschlägen, den langen Trockenzeiten .... Die Kenntnisse über das semi-aride Klima und das Beherrschen der angepaßten Produktionstechniken stellen die Ausgangsbasis für den Kampf um eine gerechte Verteilung von Grund und Boden dar. Dies macht es möglich, in die Regierungspolitik zu Gunsten der reellen Bedürfnisse der Region einzugreifen, die Politik zu ändern, um so den Verbleib der Bevölkerung in ihrem „Gelobten Land“ zu garantieren.

Aus eben diesem Grund ist die Arbeit mit den Schulen von großer Dringlichkeit: das Umfeld der Schüler und Schülerinnen muß in die Unterrichtslehrpläne integriert werden; von klein auf sollen die Kinder ihre Gegend kennen lernen und erfahren, wie das Leben hier im Einklang mit der Natur gestaltet werden kann.

Eine große Herausforderung ist es, die starken negativen Vorurteile zu korrigieren, mit denen unsere Region behaftet ist. In diesem Prozeß sind alle Menschen wichtig, besonders die Jugendlichen, die mit ihrer Aktivität die Dorfgemeinschaft mit Lebensgeist erfüllen und eine bessere Zukunft anstreben.

Die Kenntnisse über das semi-aride Klima ermöglichen es den Bäuerinnen und Bauern, diejenigen Aktivitäten auszuwählen, die in der Region den größten wirtschaftlichen Erfolg versprechen.
Der begrenzende Faktor ist im Allgemeinen nicht die Menge der Niederschläge, sondern deren Unregelmäßigkeit. Ausserdem ist die potenzielle Verdunstungsrate um ein Vielfaches höher als der Niederschlag. Es kann aber mit einfachen Mitteln die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert werden, indem das Regenwasser gesammelt und vor Verdunstung geschützt aufbewahrt wird.

Ein gesichertes Auskommen der bäuerlichen Familie im semi-ariden Gebiet ist nur dann gewährleistet, wenn vier Wasserversorgungsstufen beachtet werden:

A) sauberes Trinkwasser, am besten aus der Regenwasserzisterne
B) Gemeinschaftswasser, zum Wäschewaschen, Baden und als Trinkwasser für die Tiere, aus ausreichend tiefen Staubecken, Caxios (Felszisternen), Flachbrunnen, etc.
C) Wasser für die Landwirtschaft, indem man das Bodenwasser durch Unterflurstaudämme am Ablaufen hindert; Staubecken zur Notbewässerung anlegt, um kurze Regenausfälle zu überbrücken, sowie Regenauffangfurchen- und becken direkt auf Feldern und in Obstgärten.
D) Solange die oben genannten Strukturen noch unvollständig sind, werden für extreme Trockenjahre an strategischen Stellen zwischen den Dörfern Tiefbrunnen und große Staubecken benötigt.

Ein eigenes Arbeitskonzept für die weibliche Bevölkerung stärkt deren persönliche Entfaltung und ermöglicht eine größere Beteiligung an Bildungsmaßnahmen.
Die Kenntnisse über klimagerechtes Verhalten gibt den Frauen die Möglichkeit sich wirtschaftlich zu verbessern, öffnet die Türen zu persönlichem Wachstum und schafft die Grundlage, um in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft mitreden zu können. Aber auch die tagtäglichen Fragen bezüglich Struktur und Aufbau der Familien und der zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es in der Familie, Dorf und Gesellschaft, müssen in das Konzept mit einbezogen werden.
Die Arbeit mit den Frauen fördert deren Zugang zu Produktionsmitteln und der Verwendung der Erträge. Die Anerkennung der Frau in ihrer Identität und mit ihren speziellen Rechten steigert ihr Selbstbewußtsein und trägt dazu bei, daß Frauen und Männer gemeinsam zu Entscheidungsträgern im Entwicklungsprozeß von Familie und Dorfgemeinschaft werden.

Die Arbeit mit den Schulen hat zum Ziel, die Diskussion zur Schaffung eines neuen Lehrplanes zu fördern, der die Eigenheiten und Möglichkeiten des semi-ariden Klimas in Betracht zieht und zu einer neuen, kontextangepaßten Bildungspolitik führt. Das Begreifen der Andersartigkeit der Region in Bezug auf Klima, Politik und sozialem Leben muß zur Erweiterung des Verständnishorizontes führen: Schule bedeutet Leben, Bewegung und Chancen.
Im Unterricht heißt dies, vorausgesetzt der Lernprozeß geht von der Realität und der Umwelt der Kinder aus, dass nicht nur der Zugang zum Lesen und Schreiben leichter wird, sondern auch das Kennenlernen und Begreifen der Welt als Ganzes. Die Schülerinnen und Schüler sollen erlernen, ihre speziellen Begabungen und Fähigkeiten später zum Aufbau einer besseren und humaneren Gesellschaft einzusetzen.

Selbstverständlich ist der Feldbau für den Familienhaushalt im semi-ariden Gebiet überaus wichtig. Er ist aber mit großem Risiko verbunden, weil nie vorherzusagen ist, wann und wieviel es regnen wird. So gibt es auch Jahre mit überdurchschnittlich hoher Regenmenge, die den Anschein erwecken, dass eine „normale“ Landwirtschaft möglich sei.
In der Tat sollte sich der Feldbau auf kleine, gut gepflegte Flächen beschränken, auf denen mit richtig ausgewählten Technologien die Regenwasserverfügbarkeit im Boden erhöht wird.

 


So erhöhen zum Beispiel Mulch und in Contourlinien angelegte Ackerfurchen die Einsickerrate des Regens; Unterflurstaudämme verhindern das seitliche Abfließen des eingesickerten Wassers; in den Boden eingebrachter Kompost und Tiermist wirkt wie ein natürlicher Wasserspeicher für die Pflanzenwurzeln. Von großer Wichtigkeit ist die Auffächerung der Produktion und die richtige Auswahl der Feldkulturen, die an das heiße und trockene Klima angepasst sein müssen. Obst- und andere permanente Kulturen fangen die Unregelmäßigkeit der Niederschläge besonders gut ab. Uns es müssen Pflanzen sein, die ohne zuätzliche Bewässerung auskommen. Als Beispiel seien folgende genannt: Umbú, Straucherbse, Graviolabaum, Tamarinde, Kaschubaum, Sisalagave.

 

In Bewässerungsgebieten hat der Biobetrieb in Form von kleinbäuerlichen Einheiten einen hohen Stellenwert. Die biologische oder auch ökologische Landwirtschaft korrigiert die Entartungen des konventionellen Landbaues, indem sie mit stabilen Ökosystemen und erneuerbaren Ressourcen arbeitet. Die Qualitätssteigerung der Lebensmittel geht Hand in Hand mit dem Erhalt der Produktionsmittel, der Bewahrung der Natur und stärkt darüber hinaus die kleinbäuerliche Landwirtschaft.

Das Wissen über das Klima und die natürliche Eignung der Böden zeigt mit großer Klarheit, daß die Ziegen- und Schafzucht die beste wirtschaftliche Basis für die bäuerliche Familie darstellt, abgesehen von ihrem wichtigen sozialen und kulturellen Stellenwert.

 

Seit Jahrhunderten ist es die Kleintierhaltung, die es der Bevölkerung ermöglicht, die Trockenperioden zu überstehen. Die räumlich unregelmäßigen Niederschläge haben die Entstehung der Gemeinschaftsweiden begünstigt, auf denen sich die Herden vieler Familien, ohne Eingrenzung durch Zäune, von der reichhaltigen Caatingaweide (Busch- und Baumvegetation) ernähren.

Heutzutage ist aber eine rationelle Herdenhaltung mit Futteranbau, Vorratshaltung als Heu oder Silage für die Trockenmonate zum Schutz der Caatinga und für kontinuierliche Tierproduktion das gesamte Jahr hindurch unerläßlich.
Diese und weitere Formen des klimagerechten Lebens können aus unserem Stück Erde ein wahrhaft „Gelobtes Land“ machen, auf dem es sich von Tag zu Tag besser leben läßt.


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